Wohngebäude Solar-, Heizungs-, Haustechnik
Pilotprojekt Autarkhaus in Isny
In Kombination mit Wasserstofftechnik, zum energieautarken Haus
Das Projekt
Die Bauherren wünschten eine energetische Sanierung ihres Wohnhauses zum KfW Effizienzhaus 70. Außerdem sollte die Heizwärme über regenerative Energien erfolgen bis hin zu einem Autarkhaus.
Maßnahmen
Das Wohnhaus wurde zum KfW Effizienzhaus 70 komplett saniert und mit Neubau/Umbau des Verteilungssystems auf niedere Vorlauftemperaturen, auf eine effiziente Wärmepumpe mit Solebohrungen umgestellt.
Ergänzt wurde die Haustechnik um ein Wasserstoffsystem (kurz „H2“) vom Typ PICEA, Hersteller HPS/Berlin, um eine effektive Nutzung der Stromüberschüsse im Sommer für den Winter nutzbar zu machen. Das H2-System wird ergänzt durch eine vergrößerte PV-Anlage am Dach und zusätzlich an den Außenwänden/Balkonen. Das H2-System, wandelt den PV-Strom in Wasserstoff und nutzbare Abwärme und puffert den Strom in Batteriespeichern. Der H2 wird hochverdichtet und in Flaschen außerhalb des Gebäudes gelagert. Der im Sommer erzeugte H2, wird im Winter über eine Brennstoffzelle in Strom und nutzbare Abwärme umgewandelt. Das H2-System verfügt über ein effizientes Lüftungsgerät, das die Abwärme abführt und die Abluftwärme des Gebäudes wieder rückgewinnt. Die hohen Verluste der Umwandlungsprozesse des Wasserstoffs werden durch die effiziente Abwärmenutzung deutlich reduziert.
Gefördert wurde die Sanierung in 4 Elementen:
KfW Energieeffizient sanieren EFFH 70
KfW Baubegleitungszuschuss
BAFA Heizungstausch Öl gegen regenerativ
BAFA Brennstoffzelle
Technische Daten der Autarktechnik + HPS PICEA
PV-Dach + Fassade 24,3 + 4,8 = 29,6 KWpeak,
Die PV-Anlage wird erweitert auf 32.0 KW
2 PICEA Wasserstoffsysteme mit je:
- 1 Komfortlüftungsgerät Zehnder, WRG 87%
- 1 Batteriespeicher 25 KW
- 1 Elektrolyseur 2,3 KW
- 1 Brennstoffzelle 1,5 KWel
- 3 Tankbündel a 300 kWhel mit Hochdruckverdichter auf 180 bar
Daten zum sanierten Gebäude / Effizienzhaus 70
Hinweis: Die Daten sind aus dem Energieausweis, berechnet nach EnEV. Die Wasserstofftechnik ist im der öffentlich-rechtlichen Berechnungsverfahren nicht abbildbar.
BAUTEILE:
Wände: Ziegel-Massivbau, saniert mit WDVS
Fenster: Holz-Alu- Fenster mit 3-fach Glas
Dach: Aufdachdämmung mit Aufdachsparren zur statischen Ertüchtigung
Bodenplatte: Erhöhung des Kellerbodens um einen Tritt, mit Anpassung der Brüstungen, zum Einbau einer Dämmung mit Heizestrich
HAUSTECHNIK:
Heizung+Warmwasser: Wärmepumpe Sole
Heizungsverteilung: Umstellung Heizkreis KG auf Niedertemperatur Fußbodenheizung
Umstellung Heizkreis der EG -Radiatoren auf niedere Vorlauftemperatur, möglich durch die deutliche Reduzierung des Heizwärmebedarfs, durch die Dämmung nach KfW-Effizienzhausstandard und den hydraulischen Abgleich.
Lüftung: Zentrale Komfortlüftung je Wohneinheit
Luftdichtheit: n50 = 1,5 1/h (zertifizierte Messung)
ENERGETISCHE KENNWERTE
Endenergiebedarf: Altbau ca. 240 kWh/m²,
saniert 18,8 kWh/m², Einsparung 92%
Primärenergiebedarf: Altbau ca. 200 kWh/m²,
saniert 8,8 kWh/m², Einsparung 96%
Energiekosten Strom (Heizung, Warmwasser):
Altbau 2.800 Euro/Jahr saniert ca. 500 Euro/Jahr
Einspareffekte:
Energiekosten 82 %, bzw. CO²-Emissionen 90%
Ökologische Aspekte:
regenerative Heizung, Plus-Energiehauskonzept mit Photovoltaikanlage, Wasserstofftechnik mit Ziel 100% Energie-Autarkie in Wärme und Strom.
Option: Erweiterung der Anlage auf 32 KWp und
2 weitere H2-Speicher a 300 kWhel.
Ergebnisse - Energetische Kennwerte
Endenergiebedarf: Altbau ca. 240 kWh/m², saniert 18,8 kWh/m², Einsparung 92%
Primärenergiebedarf: Altbau ca. 200 kWh/m², saniert 8,8 kWh/m², Einsparung 96%
Energiekosten (Heizung, Warmwasser) Altbau 2.800 Euro/Jahr saniert ca. 500 Euro/Jahr
Einspareffekte: Energiekosten 82 %, bzw. CO²-Emissionen 90%
Ökologische Aspekte:
Nutzung regenerativer Heizenergie, Plus-Energiehauskonzept mit Photovoltaikanlage, Wasserstofftechnik mit Ziel 100% Energie-Autarkie in Wärme und Strom
Projektdaten
Standort: 88316 Isny
Objekttyp: Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung
Gesamtplanung: Herz & Lang GmbH (Architektur, Fachplanungen, Bauleitung)
Planung der Wasserstofftechnik: Herz & Lang GmbH, in Zusammenarbeit mit dem Hersteller HPS und dem Bauherren (Dipl. Ing. Elektrotechnik)
Baujahr: 1967
Sanierungszeitraum: 2021